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Bioland

... weil wir Tiere nicht nur "zum Fressen" gern haben!

Oft ist der Hahn im Käfig statt im Korb und hat das Ferkel kein Schwein gehabt. Wenn Tiere zur Massenware werden, schmerzt dies auch den Bauern. Auf der Strecke bleiben ethische Werte, Geschmack und Gesundheit.

  • Tiere sind Mitgeschöpfe. Biobauern halten sie deshalb möglichst artgerecht. Biotiere haben Tageslicht, Weidegang oder Auslauf, Stroh im Stall und erleben den Wechsel der Jahreszeiten. Dies stärkt ihr Immunsystem und ihre Fruchtbarkeit, hält sie gesund und leistungsfähig. Artgerecht gehaltene Tiere werden bei sorgfältiger Fütterung und ausreichendem Hygienemanagement seltener krank und benötigen seltener Arzneimittel. Dies reduziert die Kosten der Tierhaltung; Medikamentenrückstände im Fleisch sind kein Thema.
     
  • Erkrankte Biotiere werden bevorzugt mit Naturheilverfahren behandelt. Herkömmliche Medikamente sind nur in Ausnahmefällen zulässig, vor allem um den Tieren Leid zu ersparen.
     
  • Artgerechte Tierhaltung bedeutet auch Krankheitsvorsorge: Hormonelle Leistungsförderer, die außerhalb Europas Standard sind, sowie Antibiotika als Masthilfe oder vorbeugendes Medikament sind im Biolandbau seit jeher verboten.1997 wurde in der gesamten Tierproduktion in Europa etwa die gleiche Menge Antibiotika (5.093 t) verbraucht wie in der Humanmedizin (5.400 t). Insbesondere der vorbeugende Einsatz von Antibiotika führt zu Resistenzen bei Krankheitserregern und damit zur Unwirksamkeit von Medikamenten. Bioland stellt sich explizit gegen diese Entwicklung.
     
  • Im Biolandbau stehen Gesundheit, Vitalität und Widerstandskraft der Tiere als gleichrangige Ziele neben der Leistungsfähigkeit: Produktionshöchstleistungen zu Lasten der Gesundheit sind bei Biotieren absolut tabu.
     
  • Das Biofutter wird überwiegend im eigenen Betrieb erzeugt, so weiß der Bauer, was seine Tiere fressen. Bioland schreibt für alle Nutztierarten eine 100-prozentige Biofütterung vor. Nur wenn eiweißhaltiges Biofutter für Schweine und Geflügel nicht ausreichend verfügbar ist, werden einzelne konventionell erzeugte Futterkomponenten in geringen Mengen eingesetzt, um die Tiere bedarfsgerecht zu ernähren und ihre Gesundheit nicht zu gefährden. Gentechnisch verändertes Futter oder Tiermehl sind im Biolandbau seit jeher verboten. Importiertes Billigfutter aus Entwicklungsländern ist mit den ethischen und sozialen Prinzipien des ökologischen Landbaus nicht vereinbar.
     
  • Bioland-Produkte erkennen Sie an dem geschützten Bioland-Markenzeichen. Nur Vertragsbetriebe, die den hohen Bioland-Qualitätsstandard erfüllen, dürfen das Bioland-Markenzeichen verwenden.
    Alle Vertragsbetriebe verpflichten sich zur Einhaltung der strengen Bioland-Richtlinien für Pflanzenbau, Tierhaltung und Verarbeitung. Hochwertige Fleisch- und Wurstwaren: Dafür stehen wir als Bioland-Vertragsmetzgerei. Wichtige Voraussetzungen für die ganz besondere Fleischqualität sind gesunde Tiere, artgemäße Haltung, gutes Bio-Futter und natürliche Reife.

Am Beispiel des Rindes möchten wir Ihnen hier näher zeigen, was dies in der Praxis im Unterschied zur konventionellen Rindermast bedeutet (Weitere Informationen, auch über andere Tiere, HIER).

Bio-Rindermast Konventionelle Rindermast Darum handelt der Biobauer so
Auslauf: Weide oder ganzjährig zugänglicher Laufhof. Anbindehaltung per Ausnahmegenehmigung in alten Stallgebäuden bis 2010 möglich. Auslauf: Weidegang oder ständiger Auslauf bei Mutterkuhhaltung möglich, ansonsten selten. In kleinen Betrieben oft Anbindehaltung, jedoch große regionale Unterschiede. Die Tiere können sich artgemäß bewegen. Der Aufenthalt im Freien stärkt die Abwehrkräfte.
Liegeflächen: mit Stroh, Spelzen oder Sägemehl eingestreut. Liegeflächen: oft ohne Einstreu; Rinder stehen oder liegen oft auf Beton mit Vollspalten. Weiche Liegeflächen schonen Gelenke und Klauen.
Stallfläche: pro Mastrind (350 kg) mind. 5 m² . Stallfläche: pro Mastrind (ab 600 kg) mind. 3 m² Stallfläche als Richtwert. Ausreichende Stallfläche ermöglicht ein artgemäßes Sozialverhalten.
Gras- und Maissilage: ganzjährige ausschließliche Fütterung verboten. Im Sommer überwiegend Frischgras und Weide, im Winter Gras- und Maissilage. Gras- und Maissilage: ganzjährige Fütterung der Mastrinder weit verbreitet. Silageherstellung ist energieaufwändig. Frisches Gras ist reicher an Vitaminen und weiteren Nährstoffen und somit gesünder.
Kraftfuttergabe: 1 bis 2 kg pro Tag und Rind, je nach Rasse große Unterschiede. Kraftfuttergabe: große Unterschiede, je nach Rasse 1 bis 5 kg pro Tag und Rind. Natürliches Wachstum der Tiere ist erwünscht, der Nährstoffbedarf wird durch geringe Kraftfutterzugaben gedeckt.
Kälber werden die ersten 12 Wochen mit Milch gefüttert. Kälber werden meist mit Milchaustauscher (enthält milchfremde Zutaten) gefüttert. Milch ist das natürlichste Futter für die Kälber.
Tierbesatz: höchstens ca. 2 Rinder pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Tierbesatz: keine direkte Begrenzung, die ausgebrachte Gülle/Mistmenge pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche wird durch die Düngeverordnung begrenzt und damit indirekt die Tieranzahl Fütterung aus hofeigener Erzeugung ist gewährleistet. Mist ist ein wertvoller Dünger, solange das Verhältnis von Mistaufkommen und Bedarf der Anbaupflanzen ausgewogen ist.
Enthornung: nur mit Brennstab möglich. Enthornung: mit Brennstab oder Ätzstift erlaubt, teilweise werden Schwänze kupiert. Aus Tierschutzgründen werden Schmerzen vermieden. Nach Brennstab-Enthornung verheilt die Wunde schneller (nach einem Tag).

Quelle: Bioland